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Gero Wollgarten Posts

Wo der Kalte Krieg Europa noch immer trennt

Die Marchegger Ostbahn Wien-Bratislava

Wer in Wien lebt oder sich länger dort aufhält, kommt zwangsläufig in auch in Kontakt mit der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Nirgends in Europa liegen zwei Hauptstädte so nah beieinander. Luftlinie sind die beiden Städte nur 55 Kilometer voneinander entfernt. So ist es nicht verwunderlich, dass Bratislava ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge ab Wien ist. Auch ich wollte 2011 schon bei meinem ersten Wien Besuch unbedingt nach Bratislava. Dieses Jahr hatte ich endlich die Gelegenheit, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Für die Strecke gibt es vier Transportmittel: Schiff, Fernbus, Zug und natürlich das Auto. Die luxuriöseste und gleichzeitig teuerste Möglichkeit ist der TwinCity-Liner, ein auf der Donau verkehrendes Schnellboot. Der Liner fährt allerdings nur in der Sommersaison und die einfache Fahrt schlägt mit 30-40 € zu Buche. Die günstigste Lösung ist der Fernbus. Tickets gibt es ab 5€ und die Fahrt dauert etwa 90 Minuten. Ebenfalls günstig und weitaus zuverlässiger als ein Fernbus ist der Zug. Für nur 16€ bietet die ÖBB ein spezielles Bratislava-Ticket an. Es deckt Hin- und Rückfahrt sowie am ersten Geltungstag auch den Nahverkehr in Bratislava ab. Für diese Option habe ich mich entschieden.

Kategorie C und Hitler – Stadtmarketing Braunau nutzt Rechtsrock Titel #sosindwir als Slogan

Der Versuch, die eigene Werbekampagne durch ein cooles Hashtag digital zu verlängern, führte in letzter Zeit zu einigen Auswüchsen. Allen voran sind mir die CDU-Kampagne #fedidwgugl und erst kürzlich der DFB mit #zsmmn in Erinnerung geblieben. Doch jetzt hat es das Stadtmarketing von Braunau am Inn geschafft, diese Hashtags um ein Vielfaches zu überbieten: Sie bewerben ihre Stadt mit #sosindwir.

Anfangs habe ich nicht glauben können, dass es hier tatsächlich um den Hitler Geburtsort Braunau am Inn geht. Das Stadtmarketing eines solchen Ortes sollte sensibler mit historischer Verantwortung umgehen. Ich recherchierte, ob es irgendwo auf der Welt ein weiteres Braunau gibt. Fehlanzeige. Dann wollte ich einen coolen Aufmacher schreiben und suchte nach anderen Kindern der Stadt, die überregionale Bekanntheit genießen. Fehlanzeige. Wie kommt eine Stadt, die bisher nichts außer Hitler hervorgebracht hat, überhaupt auf die hirnrissige Idee „So sind wir!“ als Slogan zu nutzen? #Sosindwir, die Hitler von 1933 bis 2011 als Ehrenbürger führten?

Kategorie C Merchandise mit “So sind wir” T-Shirt

Mit der Transsibirischen Eisenbahn von Perm nach Moskau

Planst du zufällig dieses Jahr nach Russland zu reisen, um ein WM-Spiel zu verfolgen? Hast du dir schon Gedanken über deine Anreise gemacht? Es ginge natürlich bequem per Flugzeug. Aber wenn du das Reiseerlebnis sucht, gibt es für dich auch eine Zugverbindung von Berlin über Warschau und Minsk nach Moskau. Angeboten wird die Verbindung von der russischen Staatsbahn RŽD (РЖД). Die 1.898 km lange Strecke schafft der Zug in ca. 20 Stunden. Einen Teil dieser Strecke bereise ich bald; von Berlin bis Minsk. Dorthin führt eine Studienreise mit dem Thema „Erinnerungskulturen zum 2. Weltkrieg und dem Holocaust: Belarus“. Eigentlich war die An- und Abreise per Nachtzug geplant. Leider gab es  eine Buchungspanne, sodass ich auf der Hinfahrt die Ehre habe die Strecke Berlin-Minsk per Linienbus zurückzulegen. Zum Ausgleich gibt es auf der Rückreise im Nachtzug sogar ein Abteil in der Ersten Klasse; das bedeutet ein 2er Abteil mit eigenem WC und Dusche. Ich bin sehr gespannt, ob es so komfortabel wie versprochen wird. Ich, als kleiner Bahnnerd, freue mich schon sehr auf die Tour, da der Zug an der weißrussisch-polnischen Grenze umgespurt werden muss, damit er auf der schmaleren europäischen Normalspur fahren kann.

Um euch einen Eindruck von Bahnreisen in Russland zu geben und mich selbst einzustimmen, teile ich heute die Bilder und Erlebnisse meiner letzten Reise mit euch! Letzten Sommer fuhr ich in 20 Stunden knapp 1.500 km von Perm nach Moskau mit dem Prestige-Zug „Rossija“ der Transsibirischen Eisenbahn, der mit den Zug-Nummern 1 und 2 auf der Strecke Moskau-Wladiwostok verkehrt.